Ratgeber
Was passiert mit dem Hausrat? Die Wege nach der Räumung
Wohin Möbel, Elektrogeräte, Metall, Textilien und Sondermüll tatsächlich gehen, warum sortenreines Trennen den Preis senkt und was gespendet werden kann.

Kurz gefasst: Aus einer Räumung geht nichts als ein einziger Haufen weg. Der Hausrat wird schon beim Tragen in Fraktionen getrennt: Metall, Holz, Elektrogeräte, Papier, Textilien, Sperrmüll und Sondermüll. Jede Fraktion hat ihren eigenen Weg und ihren eigenen Preis, und Mischabfall ist mit Abstand der teuerste. Deshalb wird sortiert, nicht gekippt.
Metall: der einzige Posten, der Geld bringt
Kupfer, Messing, Aluminium, Edelstahl und Elektromotoren haben einen Marktwert. Dazu kommen Heizkörper, Rohre, gusseiserne Teile und Werkzeug in gutem Zustand. Das trennen wir konsequent, weil es sich verwerten lässt.
Der Erlös geht vom Preis ab. Wie viel das ausmacht, hängt stark vom Objekt ab: In einer Wohnung sind es oft wenige Euro, in einer Werkstatt oder einer Hofreite kann es ein spürbarer Betrag sein.
Elektrogeräte: gesetzlich geregelt
Vom Kühlschrank bis zur Bohrmaschine gehen Elektro- und Elektronikaltgeräte nach dem Elektrogesetz eigene Wege und dürfen nicht in den Restmüll. Kühlgeräte brauchen eine besondere Behandlung, weil das Kältemittel abgesaugt werden muss.
Das ist einer der Gründe, warum ein Keller mit fünf alten Geräten teurer ist als einer mit fünf Kartons Papier, obwohl beides ähnlich aussieht.
Sondermüll: klein, aber teuer
Farben, Lacke, Lösungsmittel, Verdünner, Altöl, Pflanzen- und Holzschutzmittel, Batterien, Leuchtstoffröhren. In fast jedem Keller stehen davon ein paar Liter, und sie gehören in keinen Sperrmüllcontainer.
Wir nehmen das mit und führen es getrennt zu. Wer es selbst zum Wertstoffhof bringt, spart, sollte es aber nicht in den Restmüll geben. Das ist nicht nur verboten, es fällt auch auf.
Textilien: trennen lohnt sich
Tragbare Kleidung geht in die Sammlung, verschmutzte oder durchnässte Stücke sind Restmüll. Wer beides in denselben Sack wirft, macht aus einer kostenlosen Fraktion eine teure. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen ein bisschen Sortieren vorher echtes Geld spart.
Möbel: die ehrliche Antwort
Der Markt für gebrauchte Möbel ist klein. Schrankwände aus den Achtzigern, Polstergarnituren, Matratzen und Spanplattenmöbel finden so gut wie nie einen Abnehmer. Massivholz, einzelne alte Stücke und gelegentlich ein Designklassiker schon.
Wir sagen bei der Besichtigung, was wir für verwertbar halten, und verkaufen nichts, ohne dass Sie es wissen. Wer eine andere Erwartung hat, sollte das vorher wissen und nicht erst hinterher.
Spenden: möglich, aber mit Realitätssinn
Sozialkaufhäuser und Einrichtungen nehmen gut erhaltene Dinge an, aber sie nehmen längst nicht alles. Was fleckig, beschädigt oder unvollständig ist, wird abgelehnt, und dann steht es wieder da.
Wenn Sie etwas Bestimmtes gespendet haben möchten, sagen Sie es vorher. Wir stellen es zusammen und lassen es stehen, statt es mitzunehmen.
Was bei uns nie in den Container geht
Papiere, Fotoalben, Briefe, Urkunden und Schmuck. Wir legen dafür bei jeder Auflösung eine eigene Kiste an und übergeben sie ungeöffnet. Das hat keinen Marktwert und lässt sich nicht ersetzen, und genau deshalb ist es das Einzige, bei dem es keine Abwägung gibt.