Ratgeber
Büroetage entkernen: Doppelboden, Rasterdecke und der Weg zur Umnutzung
Was in Büroflächen steckt, wie der Rückbau im laufenden Gebäude funktioniert und was wiederverwendet werden kann.

Kurz gefasst: Eine Büroetage wird entkernt, wenn der Mieter wechselt oder die Fläche zu Wohnungen werden soll. Raus kommen Doppelböden, Rasterdecken, Systemtrennwände, Teppichfliesen, Kabeltrassen und Technik des Vormieters. Weil meist im laufenden Gebäude gearbeitet wird, entscheiden Lastenaufzug, Anlieferzeiten und Brandmeldeanlage über den Ablauf. Kupfer und Aluminium bringen Erlös, und funktionsfähige Möbel und Trennwände lassen sich oft weitergeben.
Warum Büroflächen entkernt werden
Der häufigste Anlass ist der Mieterwechsel: Der neue Mieter will seine eigene Aufteilung und bekommt die Fläche leer übergeben. Immer öfter werden Büros aber auch zu Wohnungen umgebaut. In Frankfurt-Niederrad, wo aus der früheren Bürostadt das Lyoner Quartier wird, sieht man, wie weit das gehen kann.
Bürostandorte gibt es in unserer Region viele, von Frankfurt und Eschborn über Bad Homburg bis Wiesbaden. Die Gebäude stammen aus allen Jahrzehnten, und entsprechend unterschiedlich ist, was man beim Öffnen findet.
Was in einer Büroetage steckt
Doppelboden: Platten auf Stützen, darunter Kabel, oft über Jahrzehnte nachgerüstet. Die Stützen sind Stahl, die Platten je nach System Calciumsulfat, Holzwerkstoff oder Stahlblech, und sie gehen getrennte Wege. Gut erhaltene Doppelbodenplatten lassen sich wiederverwenden.
Rasterdecke: Mineralfaserplatten oder Metallkassetten in einer Unterkonstruktion, darüber Lüftung, Kabel, Leuchten. Ältere Mineralfaserplatten behandeln wir wie alte Mineralwolle und verpacken sie staubdicht.
Systemtrennwände: Metallständer mit Gipskarton oder Glaselementen, verschraubt statt verputzt. Sie lassen sich demontieren, und intakte Elemente finden oft einen Abnehmer. Aluminiumprofile gehen als Wertstoff.
Technik: Kabeltrassen mit viel Kupfer, Lüftungskanäle, Klimageräte in Serverräumen, deren Kältemittel vor dem Ausbau fachgerecht abgesaugt wird, Teeküchen, Sanitärräume. In älteren Gebäuden können Brandschutzklappen und Dichtungen asbesthaltige Bauteile enthalten; das wird vorher geprüft.
Arbeiten im laufenden Gebäude
Selten ist ein Bürohaus komplett leer. Auf den anderen Etagen wird gearbeitet, im Erdgeschoss ist vielleicht ein Laden, und die Hausordnung regelt, wann der Lastenaufzug genutzt werden darf. Wir stimmen mit dem Gebäudemanagement ab, wann gearbeitet wird, oft abends oder am Wochenende, wie der Aufzug geschützt wird und wo Material kurz stehen darf.
Ein Punkt wird gern vergessen: die Brandmeldeanlage. Staub löst Rauchmelder aus, und ein Fehlalarm kann teuer werden. Die Melder im Arbeitsbereich werden deshalb vorher mit dem Gebäudemanagement besprochen, abgedeckt oder abgeschaltet und nach der Arbeit wieder in Betrieb genommen.
Trennen, verwerten, weitergeben
Bei Büroentkernungen fällt viel Material an, das keinen Müll sein muss. Kupfer aus Kabeln und Aluminium aus Profilen bringen Erlös, der die Entsorgung teilweise ausgleicht. Möbel, Trennwände, Doppelbodenplatten und Technik in gutem Zustand können weitergegeben werden. In Frankfurt ging funktionsfähige IT-Ausstattung aus einem Büro, das wir zurückgebaut haben, als Spende an eine Schule.
Was nicht weiterverwendet wird, trennen wir beim Ausbau nach Fraktionen: Gips, Metall, Mineralfaser, Teppich, Holzwerkstoff, Elektroschrott. Ein Mischcontainer würde nach der teuersten Fraktion abgerechnet.
Vom Büro zur Wohnung
Soll aus Büro Wohnen werden, ist das eine Nutzungsänderung mit Bauantrag, und die Planung klärt Brandschutz, Rettungswege, Schallschutz und Belichtung. Die Entkernung schafft die Grundlage: eine leere Etage, in der die Planer sehen, was das Gebäude hergibt. Größer haben wir das bei einem Behördengebäude gemacht, das wir entkernt haben, und bei einem ehemaligen Baumarkt, den wir für Dehner vollständig zurückgebaut haben.
Was es kostet
Den Preis machen die Fläche und die Menge an Einbauten, der Anteil an Technik, die Logistik im Gebäude und die Frage, ob Schadstoffe im Spiel sind. Metallerlöse und weitergegebene Einrichtung drücken ihn. Wir nennen einen Festpreis nach der Besichtigung und halten den vereinbarten Übergabetermin. Mehr zur Leistung auf der Seite Entkernung.