Ratgeber
Scheune entrümpeln: was in Hofreiten wirklich steht
Warum die Menge in Nebengebäuden regelmäßig unterschätzt wird, was dort typischerweise lagert und worauf man bei Tieren, Asbestdach und Zufahrt achtet.

Kurz gefasst: In einer Scheune steht fast immer mehr als im Wohnhaus daneben. Das liegt daran, dass dort über Jahrzehnte nichts weggeworfen wurde, weil Platz da war. Vor dem Festpreis gehört deshalb jedes Nebengebäude besichtigt. Zwei Dinge können den Termin verschieben: ein Asbestdach und geschützte Tiere, vor allem Schwalben.
Warum die Schätzung fast immer daneben liegt
Wer eine Hofreite erbt, schaut sich das Wohnhaus an und schätzt danach. Die Scheune wirkt von der Tür aus überschaubar, weil vorne nur ein paar Dinge stehen. Dahinter beginnt dann der eigentliche Bestand, oft in mehreren Ebenen bis unters Dach.
Typisch ist eine Mischung aus vier Schichten: Gerät aus der Zeit, als hier noch Landwirtschaft betrieben wurde. Baumaterial für Projekte, die nie fertig wurden. Möbel, die aus dem Wohnhaus untergestellt wurden. Und alles, wofür man im Dorf eben Platz hat: Fahrräder, Anhänger, Holz, Fässer.
Das Dach: Asbest ist häufiger, als man denkt
Wellplatten auf Scheunen und Ställen stammen oft aus den Sechzigern bis Achtzigern und enthalten dann mit hoher Wahrscheinlichkeit Asbest. Solange das Dach heil bleibt und nur ausgeräumt wird, ist das kein Problem.
Zum Thema wird es, wenn beim Räumen etwas gegen die Platten stößt oder wenn das Dach ohnehin runter soll. Dann wird es vorher geklärt und anders geplant. Mehr dazu im Ratgeber Scheune umbauen.
Tiere: der Grund, warum der Termin wandert
In Scheunen und Ställen nisten häufig Schwalben, seltener Fledermäuse oder Eulen. Besetzte Nester und Quartiere sind nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz geschützt, und das gilt unabhängig davon, ob jemand das Gebäude nutzt.
Praktisch heißt das: Wer im Winter plant, ist meist entspannter dran als im Mai. Wenn beim Räumen besetzte Nester auftauchen, arbeiten wir um sie herum oder verschieben den betroffenen Teil.
Was sich verwerten lässt
In Nebengebäuden ist der Metallanteil deutlich höher als in Wohnungen: Landmaschinenteile, Zäune, Eisenträger, Ketten, alte Werkzeuge, Motoren. Das ist der Posten, der einen Preis spürbar drückt, und deshalb trennen wir es schon beim Tragen.
Brennholz findet im Dorf fast immer einen Abnehmer. Jeder Ster, der nicht auf die Waage muss, senkt den Preis. Sagen Sie uns, wenn Sie selbst jemanden kennen, der es nimmt.
Zufahrt: der unterschätzte Vorteil
Anders als in Altstädten ist der Weg bei Hofreiten meistens kein Problem. Ein Hoftor ist breit genug für alles, und das Fahrzeug steht direkt am Gebäude. Deshalb geht eine Scheune trotz größerer Menge oft schneller als ein Dachboden in einem engen Stadthaus.
Zu klären ist eher der Untergrund. Bei nassem Wetter sind Wirtschaftswege und Höfe weich, und ein beladenes Fahrzeug hinterlässt Spuren oder bleibt stehen. Das planen wir ein.
Ganzes Anwesen oder nur das Nebengebäude
Beides geht. Viele Eigentümer räumen zuerst die Scheune, weil sie den Platz brauchen, und entscheiden über das Wohnhaus später. Ein Festpreis vorab gilt für den kleinen Auftrag genauso wie für den großen.
Wir sitzen in Niederselters, mitten in einer Gegend voller Hofreiten, und sind in den Kreisen Limburg-Weilburg, Rheingau-Taunus, Hochtaunus und Main-Taunus regelmäßig unterwegs. Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden.