Ratgeber
Scheune umbauen: was bei der Entkernung raus darf und was bleiben muss
Vom Stall zur Wohnung: Genehmigung, Tragwerk, Dach, Artenschutz und die Frage, was sich weiterverwenden lässt.

Kurz gefasst: Wer aus einer Scheune oder einem Stall Wohnraum machen will, braucht dafür einen Bauantrag, weil sich die Nutzung ändert. Die Entkernung davor räumt alles aus, was keine Zukunft hat: Einbauten, Böden, Zwischenwände, alte Dächer aus Faserzement. Das Tragwerk aus Holz und der Sockel aus Bruchstein bleiben meist stehen. Vor dem ersten Schlag wird nach Schwalben und Fledermäusen geschaut, denn beide sind geschützt.
Erst die Genehmigung, dann die Entkernung
Eine Scheune, die zu Wohnraum wird, ändert ihre Nutzung, und dafür braucht es einen Bauantrag. Das gilt auch dann, wenn außen kaum etwas passiert. Liegt die Scheune im Außenbereich außerhalb des Ortes, sind die Hürden höher als im Dorfkern; das klärt der Architekt, bevor viel Geld in die Planung fließt.
Die Entkernung ist trotzdem oft der erste praktische Schritt, weil sie zeigt, womit man planen kann. Erst wenn Zwischenböden, Verschläge und Anbauten weg sind, sieht man Balken, Mauern und Dach in ihrem wirklichen Zustand.
Was meist bleibt
Das Holztragwerk, also Ständer, Rähme und Balken, wenn es gesund ist. Der Sockel aus Bruchstein, der die Scheune trägt. Oft das Dachtragwerk, manchmal die Eindeckung aus Ziegeln. Und in vielen Dörfern das große Tor, das zum Ortsbild gehört.
Ob ein Balken bleiben kann, entscheidet sich am einzelnen Holz. Morsche Schwellen, Fraß und Nässe zeigen sich oft erst beim Öffnen. Wir legen frei, dokumentieren und stimmen uns mit Ihrem Zimmermann ab, bevor etwas ausgetauscht oder entfernt wird.
Was raus muss
Einbauten aus der landwirtschaftlichen Zeit: Futtertröge, Gitter, Anbindungen, Verschläge, Zwischenböden, alte Stromleitungen. Böden aus Beton mit Rinnen oder Pflaster, darunter manchmal eine Jauchegrube, die vor dem Umbau geleert und fachgerecht verschlossen oder verfüllt wird. Dazu alles, was sich über Jahrzehnte in der Scheune angesammelt hat.
Bei Dächern aus Faserzement-Wellplatten, die vor 1993 verlegt wurden, gehen wir von Asbest aus. Die Platten kommen als Erstes und im Ganzen runter, werden verpackt und gesondert entsorgt. Balken, die in den Sechzigern bis Achtzigern mit Holzschutzmittel gestrichen wurden, werden getrennt gesammelt und fallen in die teuerste Altholzklasse.
Schwalben und Fledermäuse
In Ställen und Scheunen nisten oft Schwalben, unter dem Dach leben manchmal Fledermäuse. Beide sind nach § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes geschützt, und besetzte Nester oder Quartiere dürfen nicht zerstört werden. Das bestimmt den Termin mehr als jede andere Frage. Wer die Entkernung ins Winterhalbjahr legt, umgeht die meisten Konflikte; im Sommer schauen wir vorher genau hin und sprechen es mit Ihnen ab.
Was sich weiterverwenden lässt
Alte Eichenbalken, intakte Dachziegel, sauberer Bruchstein und alte Tore finden oft einen Abnehmer, bei Zimmerleuten, Restauratoren oder Liebhabern. Das senkt die Entsorgungsmenge und bringt im besten Fall Geld zurück. Wir bieten Brauchbares zur Weitergabe an, statt es zu zerschlagen.
Wo wir das oft sehen
Scheunenumbauten gibt es überall, wo Hofreiten keine Landwirtschaft mehr haben, besonders in den Dörfern des Goldenen Grunds wie Brechen, Hünfelden oder Selters, im Taunus in Waldems und Weilrod und am Westerwaldrand. Soll die Scheune nicht umgebaut, sondern abgerissen werden, steht alles Nötige unter Abbruch & Abriss.
Den Festpreis für Räumung, Entkernung und Entsorgung nennen wir nach einer kostenlosen Besichtigung. Eine Scheune ist dafür der klassische Fall, weil man erst vor Ort sieht, was drinsteht und was drunterliegt.