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Öltank stilllegen oder ausbauen: Pflichten in Hessen

Was Hausbesitzer beim Stilllegen oder Ausbauen eines Öltanks beachten müssen.

Öltank stilllegen oder ausbauen: Pflichten in Hessen

Stilllegen oder ausbauen: was ist der Unterschied?

Beim Ausbau verlässt der Tank das Gebäude vollständig: Restöl abgesaugt, Tank gereinigt, zerlegt und entsorgt, Leitungen zurückgebaut. Beim Stilllegen bleibt der Tank an Ort und Stelle, wird aber gereinigt, von der Anlage getrennt und dauerhaft außer Betrieb gesetzt, bei Erdtanks meist mit einer Verfüllung.

Beides ist zulässig. Welcher Weg der richtige ist, entscheidet der Einzelfall: Ein Kellertank, der Platz für die neue Heizung blockiert, muss raus. Ein Erdtank, dessen Bergung das halbe Grundstück aufreißen würde, wird oft besser stillgelegt.

Was Pflicht ist

Arbeiten an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind fachbetriebspflichtig. Das ist keine Formalie: Heizöl ist wassergefährdend, und wer daran ohne die nötige Qualifikation arbeitet, haftet im Schadensfall persönlich.

Dazu gehört auch die Dokumentation. Über die fachgerechte Entsorgung bekommen Sie einen Nachweis, und den sollten Sie aufbewahren. Spätestens beim Verkauf des Hauses fragt jemand danach: Käufer, Notar oder Bank.

Ob und wann eine Anzeige bei der zuständigen Behörde nötig ist, hängt von Größe, Bauart und Aufstellort ab. Bei größeren Anlagen und bei Erdtanks ist die untere Wasserbehörde der richtige Ansprechpartner. Wir sagen Ihnen bei der Besichtigung, was in Ihrem Fall gilt.

Wie der Ausbau abläuft

Zuerst wird das Restöl abgesaugt. Ist es in brauchbarer Qualität, bleibt es Brennstoff und muss nicht als Abfall deklariert werden. Das spart Ihnen einen ganzen Kostenblock. Der Ölschlamm am Tankboden dagegen ist gefährlicher Abfall und geht immer getrennt.

Dann wird der Tank gereinigt. Bei geschweißten Stahltanks folgt eine Freimessung auf Gasfreiheit, bevor überhaupt getrennt wird. Ölnebel hält sich in einem Tank deutlich länger, als man ihm ansieht, und dieser Schritt ist der Grund, warum das kein Heimwerkerprojekt ist.

Kunststofftanks stehen meist als Batterie aus mehreren Behältern im Raum und lassen sich einzeln durch die Kellertür tragen. Das spart das Zerschneiden und damit Staub, Lärm und einen halben Arbeitstag.

Was mit dem Material passiert

Der Tankstahl geht zum Schrotthändler und wird nach Gewicht angerechnet. Dieser Erlös fließt in die Kalkulation ein. Ölfilter, getränkte Putzlappen und Dichtungen zählen als Sondermüll. Die Ölleitungen zwischen Tank und Kessel nehmen wir mit, weil sonst Restöl im Haus bleibt.

Der häufigste Anlass: die neue Heizung

In den meisten Fällen muss der Tank raus, weil etwas Neues hinein soll. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe steht die Außeneinheit im Freien, und der Abstand zur Nachbargrenze wird zur Schallschutzfrage. Bei einer Sole-Wasser-Anlage mit Erdsonde bestimmt der Bohrtermin den Zeitplan, denn die Bohrung ist anzeigepflichtig.

Soll ein Pelletlager entstehen, wird oft genau der alte Tankraum genutzt. Dann zählt vor allem, dass der Raum trocken ist und bleibt. Pellets quellen bei Feuchtigkeit auf. Bei einer Umstellung auf Gas bestimmt nicht der Heizungsbauer den Termin, sondern der Netzbetreiber mit den Grabenarbeiten für den Hausanschluss.

In allen Fällen gilt: Der Keller muss früher frei sein, als die meisten einplanen.