Ratgeber

Messie-Wohnung räumen: Ablauf, Dauer und was es kostet

Warum eine Messie-Räumung mehr kostet als eine normale Entrümpelung, und wie sie abläuft.

Messie-Wohnung räumen: Ablauf, Dauer und was es kostet

Kurz gefasst: Was es kostet, eine Messie-Wohnung zu räumen, hängt an der Menge, der Etage, dem Weg zum Fahrzeug und dem Anteil an Restmüll, nicht an den Quadratmetern. Den Preis nennen wir vorab verbindlich, nach Fotos oder einer kostenlosen Besichtigung. Wir entrümpeln diskret, sichern Unterlagen und übergeben besenrein, im Taunus und im Raum Limburg, Wiesbaden und Frankfurt.

Warum der Preis anders entsteht

Eine Messie-Wohnung zu entrümpeln kostet mehr als eine normale Entrümpelung gleicher Größe. Das hat zwei nüchterne Gründe, und mit Quadratmetern hat keiner davon zu tun.

Erstens die Arbeitszeit. Es wird nicht Zimmer für Zimmer geräumt, sondern Schicht für Schicht, weil man sich erst einen Weg schaffen muss. Zweitens die Entsorgung. Auf der Deponie wird gewogen, und der Anteil an Restmüll ist hier viel höher als sonst. Restmüll ist die teuerste Fraktion, die es gibt.

Was den Preis dagegen kaum beeinflusst, ist die Wohnfläche. Eine vollgestellte Zweizimmerwohnung kann mehr Aufwand bedeuten als ein normal möbliertes Haus.

Der Ablauf in fünf Schritten

1. Einschätzung. Per Fotos oder bei einem Termin vor Ort. Uns interessiert vor allem die Höhe der Schichten, der Weg zum Fahrzeug, die Etage und ob es Sondermüll gibt.

2. Festpreis. Sie erhalten einen verbindlichen Preis, bevor irgendetwas beginnt. Nachforderungen gibt es bei uns nicht, gerade in dieser Situation wäre das unfair.

3. Vorbereitung. Container oder Fahrzeug so nah wie möglich an die Tür, bei Bedarf mit Halteverbotszone. Jeder gesparte Meter Laufweg zählt bei jedem einzelnen Gang.

4. Räumen und sortieren. Wir arbeiten uns von der Tür nach innen vor, sichern dabei Unterlagen und Persönliches und trennen Sondermüll von Anfang an.

5. Übergabe. Am Ende ist die Wohnung leer und gefegt. Auf Wunsch kümmern wir uns anschließend um den Rückbau, wenn Böden, Tapeten oder eine Einbauküche raus müssen. Soll der komplette Hausrat aufgelöst werden, etwa nach einem Todesfall, lesen Sie weiter unter Haushaltsauflösung.

Was wir zuerst heraussuchen

Bevor etwas in den Container geht: Unterlagen, Ausweise, Verträge, Versicherungspolicen, Schlüssel, Fotos und Alben. Erfahrungsgemäß liegt so etwas nicht im Ordner, sondern zwischen Zeitungsstapeln und in Schubladen.

Wir legen dafür eine eigene Kiste an und übergeben sie ungeöffnet. Fotos und Briefe haben keinen Marktwert, sind aber nicht zu ersetzen. Sie landen bei uns nie im Container.

Sondermüll: was nicht in den Container darf

Medikamente gehen zurück in die Apotheke, nicht in den Hausmüll und schon gar nicht in die Toilette. Farben, Lacke, Lösungsmittel und Chemikalien gehen zur Schadstoffannahme. Leuchtstoffröhren enthalten Quecksilber und werden bruchsicher transportiert, weil eine zerbrochene Röhre alles um sich herum verunreinigt.

Batterien werden gesondert gesammelt. Gasflaschen gehören niemals in einen Container, auch nicht leere, weil Restdruck bleibt. Sie gehen ausschließlich über den Handel zurück.

Sollten Waffen oder Munition auftauchen, was in alten Haushalten vorkommt, wird nichts angefasst und nichts transportiert. Das ist ein Fall für die Polizei.

Wenn Ungeziefer im Spiel ist

Schädlingsbekämpfung ist eine eigene Fachaufgabe mit eigener Zulassung, und sie gehört vor die Räumung, nicht danach. Wer zuerst räumt, verteilt das Problem im Haus.

Wir stimmen unseren Termin darauf ab und kommen, wenn die Bekämpfung abgeschlossen ist. Sagen Sie uns bei der Anfrage Bescheid, wenn Sie einen Verdacht haben. Dann planen wir es gleich richtig ein, statt am Tag selbst überrascht zu werden.

Wer beauftragt und wer bezahlt

Den Auftrag erteilt, wer über die Wohnung entscheiden darf. Das ist der Bewohner selbst, ein Angehöriger mit Vollmacht, eine gesetzliche Betreuung mit dem passenden Aufgabenkreis oder der Vermieter, wenn ein Räumungstitel vorliegt.

Ob eine Stelle die Kosten übernimmt, hängt vom Einzelfall ab und wird vor dem Auftrag geklärt, nicht danach. Eine gesetzliche Betreuung braucht für größere Ausgaben in der Regel die Zustimmung des Betreuungsgerichts. Klären Sie das vorher, dann steht die Finanzierung, bevor das erste Fahrzeug vorfährt.

Wie lange es dauert

Eine kleine Wohnung ist oft an einem Tag geräumt, bei starker Vermüllung werden es zwei. Ein Haus mit Keller, Dachboden und Garage kann drei bis fünf Tage dauern. Was die Dauer am stärksten beeinflusst, ist nicht die Menge, sondern der Weg nach draußen: Etage, Treppenhaus, Aufzug, Entfernung zum Fahrzeug.

Wir sagen Ihnen den Zeitbedarf vorher und halten ihn ein. Wenn ein fester Übergabetermin dranhängt, planen wir rückwärts davon. Die Kosten stehen dabei von Anfang an fest: Sie bekommen einen Festpreis, keine Abrechnung nach Stunden.

Zum Umgang

Eine Messie-Situation ist kein Charakterfehler, sondern hat fast immer eine Vorgeschichte: ein Verlust, eine Krankheit, eine Überforderung, die über Jahre gewachsen ist. Für uns ist es Arbeit, kein Urteil.

Wir kündigen nichts beim Nachbarn an und kommentieren nichts. Wenn Angehörige dabei sein wollen, ist das gut, nötig ist es nicht. Viele geben uns den Schlüssel und bekommen ihn nach getaner Arbeit zurück.