Ratgeber

Haus entrümpeln vor dem Verkauf: lohnt sich das?

Warum ein leeres Haus anders wirkt, was Makler und Gutachter dazu sagen und wann es sich rechnet, vorher zu räumen statt nachher.

Haus entrümpeln vor dem Verkauf: lohnt sich das?

Kurz gefasst: In den meisten Fällen ja. Ein geräumtes Haus lässt sich besser besichtigen, besser fotografieren und besser bewerten, und der Käufer kann Mängel sehen statt sie zu vermuten. Was vermutet wird, wird im Preis abgezogen, und zwar großzügiger als es nötig wäre. Die Räumung kostet einmalig, ein Preisabschlag bleibt.

Was ein volles Haus mit Besichtigungen macht

Möbel verdecken Wände, Böden und Ecken. Ein Interessent, der nicht sieht, wie der Estrich aussieht oder ob unter dem Teppich Dielen liegen, rechnet vorsichtshalber mit dem Schlimmsten. Das ist kein böser Wille, sondern normales Verhalten bei unvollständiger Information.

Dazu kommt der Eindruck. Räume wirken leer größer, und Licht kommt weiter. Wer schon einmal dieselbe Wohnung vor und nach der Räumung gesehen hat, kennt den Unterschied. Das ist kein Trick, sondern schlicht die Sicht auf das, was tatsächlich verkauft wird.

Der Punkt, den viele übersehen: die Bewertung

Ein Gutachter oder Makler bewertet, was er sehen kann. Steht der Keller voll, wird er ihn als unklar behandeln. Ist die Ölheizung hinter Gerümpel nicht zugänglich, kann niemand beurteilen, in welchem Zustand sie ist.

Das gilt besonders für das, was in Hofreiten und Nebengebäuden steht. Eine leere Scheune ist Nutzfläche mit Potenzial. Eine volle Scheune ist für den Käufer erst einmal ein Problem, das er einpreist.

Wann es sich nicht lohnt

Es gibt Fälle, in denen man es lassen kann. Wenn das Haus ohnehin als Abrissobjekt oder als Sanierungsfall verkauft wird und der Käufer selbst entkernt, spielt der Inhalt eine geringere Rolle. Dann kann es sinnvoller sein, die Räumung in den Vertrag zu schreiben und den Preis entsprechend anzupassen.

Auch bei einem Verkauf an Angehörige, die das Haus kennen, bringt eine vorherige Räumung wenig. Ansonsten gilt: Wer verkaufen will, sollte vor dem Makler räumen und nicht danach.

Was zu einem Haus alles dazugehört

Bei einer Hausräumung wird die Menge fast immer unterschätzt, weil nur an die Wohnräume gedacht wird. Dazu kommen in aller Regel: Keller mit Werkstatt und Vorratsraum, Dachboden, Garage, Gartenhaus, Schuppen, und in älteren Anwesen Scheune und Stall.

Wir schauen deshalb vor dem Festpreis in jedes Gebäude, auch in das hinten am Garten. Was dort steht, macht den Preis, nicht die Wohnfläche.

Sondermüll: der Posten, an den niemand denkt

In fast jedem Keller stehen Farben, Lacke, Lösungsmittel, Altöl, Pflanzenschutzmittel und Leuchtstoffröhren. Das ist Sondermüll und darf nicht in den Sperrmüll. Elektrogeräte gehen nach dem Elektrogesetz ebenfalls eigene Wege.

Wir nehmen das mit und führen es getrennt zur Entsorgung. Wer vorher selbst sortiert, kann sparen, sollte aber nichts in den Restmüll geben, was dort nicht hingehört.

Reihenfolge und Zeitplan

Sinnvoll ist: erst Unterlagen und Persönliches sichern, dann verteilen, was in der Familie bleibt, dann räumen, dann fotografieren und inserieren. Wer das umdreht, macht die Fotos zweimal.

Für den Termin gilt: Sagen Sie uns, wann der Makler kommen soll, dann planen wir rückwärts. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden, auch am Wochenende. Wie der Preis entsteht, steht im Ratgeber Entrümpelung pro Quadratmeter.