Ratgeber
Wie wir bei besonders herausfordernden Entrümpelungen einfühlsam vorgehen.

Wer uns wegen einer stark vermüllten Wohnung anruft, hat meist schon eine Hürde überwunden. Deshalb das Wichtigste zuerst: Wir kommen in neutralen Fahrzeugen, wir sprechen mit niemandem im Haus über den Auftrag, und wir bewerten nicht.
Eine Messie-Situation ist kein Charakterfehler, sondern hat fast immer eine Vorgeschichte: ein Verlust, eine Krankheit, eine Überforderung, die sich über Jahre aufgebaut hat. Für uns ist es Arbeit, kein Urteil.
Für eine Einzimmerwohnung in Eschborn haben wir eine Woche gebraucht. Der Mieter hatte über Jahre alles aufgehoben. Von der Quadratmeterzahl her war das ein kleiner Auftrag, vom Aufwand her keiner.
Bei stark vermüllten Objekten liegt die Arbeit nicht im Tragen, sondern im Sortieren. Zwischen dem, was raus muss, liegen Dokumente, Bargeld, Schmuck, Erinnerungsstücke. Wer hier mit der Schaufel arbeitet, vernichtet Dinge, die sich nicht ersetzen lassen.
Wir arbeiten raumweise und von der Tür nach innen, damit immer ein freier Weg nach draußen bleibt. Alles, was nach Dokument, Wertsache oder Persönlichem aussieht, kommt in eine gesonderte Kiste und wird übergeben, nicht bewertet.
Bei starker Geruchsbelastung, verdorbenen Lebensmitteln oder Tierhinterlassenschaften arbeiten wir mit Schutzausrüstung und lüften konsequent. Das ist keine Übertreibung, sondern Arbeitsschutz.
Sondermüll wird von Anfang an getrennt: Farben, Chemikalien, Batterien, Leuchtstoffröhren, Medikamente. Medikamente gehen zurück in die Apotheke, nicht in den Container. Sollten Waffen oder Munition auftauchen, was in alten Haushalten vorkommt, wird nichts angefasst und nichts transportiert. Das ist ein Fall für die Polizei.
Zwei Dinge. Erstens: Der Keller. In Wiesbaden haben wir ein Haus geräumt, das oberirdisch völlig normal möbliert und unauffällig war. Der Keller war komplett vermüllt, sechs Tonnen sind dort rausgegangen. Von oben sah man ihm nichts an.
Zweitens: der Zeitpunkt. Eine Räumung gegen den Willen des Bewohners löst das Problem nicht, sie verschiebt es. Wo möglich, sollte die Person einbezogen sein, und sei es nur mit der Entscheidung, welche drei Dinge auf jeden Fall bleiben.
Mehr als eine normale Entrümpelung, weil die Arbeitszeit deutlich höher ist und mehr im teuren Restmüll landet. Einen Preis nennen wir trotzdem verbindlich vorher, nach Fotos oder einer Besichtigung. Wir arbeiten ausschließlich zum Festpreis, gerade in solchen Situationen: Nachforderungen wären hier besonders unfair.
Wenn Ihnen eine Besichtigung unangenehm ist, reicht der Fotoweg über WhatsApp völlig. Sie müssen niemanden in die Wohnung lassen, um einen Preis zu bekommen.