Ratgeber

Entkernung vor der Renovierung: was raus muss, was bleiben kann

Eine Orientierungshilfe für alle, die vor einer Renovierung stehen.

Entkernung vor der Renovierung: was raus muss, was bleiben kann

Was Entkernung bedeutet und was nicht

Bei einer Entkernung wird das komplette Innenleben eines Gebäudes entfernt: Einbauten, Installationen, Bodenbeläge, nicht tragende Wände und Decken. Übrig bleiben Fundament, tragende Wände, Geschossdecken und meist die Fassade, der Rohbauzustand.

Das ist etwas anderes als Rückbau, bei dem gezielt einzelne Bauteile entfernt werden und das Gebäude nutzbar bleibt. Und es ist etwas anderes als Abbruch, bei dem am Ende eine freie Fläche steht. Wenn Sie unsicher sind, was Sie brauchen: Häufig ist der gezielte Rückbau deutlich günstiger, weil eben nicht alles raus muss.

Was bleiben muss

Tragende Wände, Geschossdecken, Treppenhauskerne und die Aussteifung des Gebäudes. Ob eine Wand trägt, sieht man ihr nicht an. Das klärt der Statiker, nicht das Bauchgefühl. Ein Durchbruch, der nachträglich abgefangen werden muss, kostet ein Vielfaches der vorherigen Planung.

Fenster bleiben so lange wie möglich drin. Sie halten Bauschutt und Staub im Haus, und ohne sie liegt der Dreck auf dem Grundstück und beim Nachbarn.

Was raus kann

Nicht tragende Wände, Trockenbau und Vorsatzschalen. Abgehängte Decken samt Unterkonstruktion. Bodenbeläge und je nach Vorhaben der Estrich. Alte Elektroinstallation, Sanitär und Heizungsleitungen. Türen, Zargen und Einbauschränke. Fliesen und Wandbeläge.

Bei alten Bädern lohnt der Blick unter die Fliesen: Dort können PAK-haltige Kleber liegen, die man erst sieht, wenn der Belag oben ist.

Die Reihenfolge ist keine Geschmacksfrage

Erst die Bestandsaufnahme mit Statik und Schadstoffprüfung. Dann das nachweisliche Freischalten von Strom, Wasser und Gas. Danach die Installationen, weil Kabel und Rohre Metallwert sind, solange sie nicht im Schutt landen. Anschließend Beläge und Ausbau. Zuletzt die Wände.

Wer umgekehrt anfängt, arbeitet übereinander und trägt am Ende alles zweimal an.

Schadstoffe: der Punkt, an dem man stoppt

In Gebäuden vor 1993 gehört Asbest zu den Möglichkeiten. Am häufigsten begegnen uns drei Formen: Faserzementplatten, die niemals gebrochen, sondern ganz abgenommen werden. Alte Mineralwolle ohne Gütezeichen, die als krebsverdächtig gilt und staubdicht verpackt wird. Und PAK-haltige Kleber unter Fliesen oder Parkett.

Finden wir Hinweise darauf, stoppen wir an der Stelle und klären es mit Ihnen, bevor weitergearbeitet wird. Wer darüber hinweggeht, verteilt das Problem im ganzen Gebäude.

Warum die Trennung Ihren Preis macht

Beton, Ziegel und Mörtel sind zusammen eine günstige Fraktion. Gipskarton gehört nicht dazu und macht mineralischen Bauschutt unverwertbar. Altholz wird nach Klassen getrennt: unbehandelt ist die günstigste, mit Holzschutzmittel behandelt die teuerste. Metall bringt Erlös statt Kosten.

Diese Trennung passiert beim Ausbau, nicht nachträglich am Container. Nachträglich funktioniert sie nämlich nicht mehr, und dann wird die ganze Ladung als Baumischabfall abgerechnet.

Größenordnungen

Eine einzelne Wohnung ist je nach Ausbaustand in zwei bis fünf Arbeitstagen entkernt. Bei mehreren Geschossen bestimmt weniger die Fläche als der Abtransportweg die Dauer. Ein enges Treppenhaus ohne Aufzug kann den Zeitplan verdoppeln.

Wir haben ein komplettes Hotel zurückgebaut, ein Behördengebäude entkernt und für Dehner einen ehemaligen Baumarkt vollständig zurückgebaut. Für Sie heißt das vor allem: Wir schätzen den Aufwand realistisch ein, auch wenn es nur um eine Etage geht.