Ratgeber
Warum die Entsorgung den größten Teil ausmacht und wo sich bei der Entkernung sparen lässt.

Kurz gefasst: Was eine Entkernung kostet, entscheidet sich an drei Posten: der Arbeitszeit, der Entsorgung nach Gewicht und der Logistik am Objekt. Den größten Hebel hat die Abfalltrennung. Einen Quadratmeterpreis nennt Ihnen niemand seriös, einen verbindlichen Festpreis nach Besichtigung dagegen schon, für Objekte in Hessen und in Nordrhein-Westfalen.
Der Preis einer Entkernung setzt sich aus drei Dingen zusammen: der Arbeitszeit für den Ausbau, den Entsorgungskosten für das, was rausgeht, und der Logistik drumherum. Quadratmeter stehen bewusst nicht auf dieser Liste. Ein Gebäude zu entkernen heißt, es bis auf die tragende Substanz zurückzubauen, und wie viel dabei anfällt, sieht man erst beim Öffnen.
Zwei gleich große Wohnungen können sich im Aufwand um den Faktor zwei unterscheiden, je nachdem, was verbaut ist und wie das Material nach unten kommt. Deshalb nennt Ihnen niemand seriös einen Quadratmeterpreis, ohne das Objekt gesehen zu haben.
Auf der Deponie wird nach Gewicht abgerechnet, und der Preis pro Tonne hängt an der Fraktion. Beton, Ziegel und Mörtel sind zusammen mineralischer Bauschutt und damit vergleichsweise günstig. Altholz wird nach Kategorien getrennt, von naturbelassen bis behandelt, und der Unterschied im Preis ist erheblich. Metall bringt sogar Erlös statt Kosten.
Teuer wird es, sobald gemischt wird. Gipskarton gehört nicht in den Bauschutt, er macht die ganze Fraktion unverwertbar. Ein Mischcontainer wird nach der teuersten enthaltenen Fraktion abgerechnet. Ein einziger Sack Restmüll im Bauschutt verteuert deshalb die komplette Ladung. Welches Material welchen Weg nimmt, steht unter Materialien und Entsorgung.
Dazu kommt die Gewerbeabfallverordnung: Bau- und Abbruchabfälle sind getrennt zu halten. Gemischtes muss in eine Sortieranlage, und genau das ist der teure Weg. Wer beim Ausbau trennt, spart ihn sich. Nachträglich am Container funktioniert das nicht mehr.
Der Weg nach unten. Ein enges Treppenhaus ohne Aufzug kann den Zeitplan verdoppeln, weil jeder Sack einzeln getragen wird. Ein Schuttschlauch oder ein Bauaufzug spart das, braucht aber Aufstellfläche und eine Genehmigung, wenn er auf öffentlichem Grund steht.
Estrich. Er ist schwer, und Gewicht ist auf der Waage genau das, was zählt. Wer den Estrich drin lassen kann, spart einen der größten Einzelposten.
Schadstoffe. In Gebäuden, die vor 1993 gebaut oder saniert wurden, gehört Asbest zu den Möglichkeiten. Dazu kommen alte Mineralwolle und teerhaltige Kleber unter Fliesen und Parkett. Das ändert nicht nur den Preis, sondern das ganze Vorgehen. Wie wir damit umgehen, steht unter Schadstoffsanierung.
Arbeiten im bewohnten Haus. Eine Teilentkernung mit Staubschutz, erhaltener Versorgung für die übrigen Wohnungen und Rücksicht auf Ruhezeiten dauert länger als ein leerstehendes Objekt, in dem man durcharbeiten kann.
Ein Stellplatz für den Container direkt am Haus. Steht er auf der Straße, braucht es eine Genehmigung der Gemeinde, und die hat Vorlauf. Wer das früh anstößt, spart Fahrten und Wartezeit.
Verwertbares vorher herausziehen. Massivholztüren, alte Dielen und Bauteile in gutem Zustand finden Abnehmer. Das senkt die Entsorgungsmenge und bringt im besten Fall Geld zurück.
Ein klar abgegrenzter Umfang. Je genauer vorher feststeht, was bleibt und was rausgeht, desto knapper lässt sich kalkulieren. Was bleiben soll, schützen wir und fassen es nicht an.
Welche Wände tragen. Das entscheidet der Statiker, nicht das Bauchgefühl. Ein Durchbruch, der nachträglich abgefangen werden muss, kostet ein Vielfaches der vorherigen Planung.
Ob mit Schadstoffen zu rechnen ist. Bei älteren Gebäuden gehört die Prüfung an den Anfang, nicht in die Mitte der Arbeiten.
Dass Strom, Wasser und Gas nachweislich freigeschaltet sind. Danach kommen zuerst die Installationen heraus, weil Kabel und Rohre Metallwert sind, solange sie nicht im Schutt landen.
Eine einzelne Wohnung ist je nach Ausbaustand in zwei bis fünf Arbeitstagen entkernt. Bei mehreren Geschossen bestimmt weniger die Fläche als der Abtransportweg die Dauer.
Wir haben ein Hotel zurückgebaut, ein Behördengebäude entkernt und für Dehner einen ehemaligen Baumarkt vollständig zurückgebaut. Bei solchen Objekten ist die Logistik die eigentliche Aufgabe. Diese Erfahrung hilft auch bei der einzelnen Wohnung: Wir schätzen den Aufwand realistisch ein, statt ihn schönzurechnen.
Nach einer kostenlosen Besichtigung erhalten Sie einen verbindlichen Festpreis, der Ausbau, Abtransport und Entsorgung enthält. Schneller geht es mit Fotos von jedem Raum per WhatsApp, dann nennen wir den Preis ohne Termin vor Ort und geben fünf Prozent Nachlass auf die Dienstleistung.
Was wir nicht machen: einen Pauschalpreis nennen und später nachfordern, wenn der Container voller wird als gedacht. Der Preis, den Sie bekommen, ist der Preis, den Sie zahlen.